1871 erschien „Through the Looking-Glass“ von Lewis Carroll. Darin liest Alice das Unsinnsgedicht „Jabberwocky“ und versteht kein Wort. Humpty Dumpty erklärt ihr die erfundenen Wörter, zum Beispiel „slithy“, gemischt aus lithe (geschmeidig) und slimy (schleimig).
Für so ein Wort wählt er das Bild eines Portmanteau: eines Reisekoffers, der sich in zwei gleiche Hälften aufklappen lässt. Das französische Wort selbst verbindet porter (tragen) und manteau (Mantel). Das Deutsche hat das Bild übernommen: Kofferwort. Sprachwissenschaftler sagen auch Wortkreuzung oder Kontamination.
Seitdem sind viele Kofferwörter im Alltag angekommen. Manche merkt man kaum noch.
- Smog
- smoke + fog
- Brunch
- breakfast + lunch
- Motel
- motor + hotel
- Moped
- Motor + Pedal
- Teuro
- teuer + Euro · Wort des Jahres 2002 (GfdS)
- Brexit
- Britain + exit
“Well, ‘slithy’ means ‘lithe and slimy.’ … You see it’s like a portmanteau—there are two meanings packed up into one word.”
Zwei Hälften, ein Koffer: so funktioniert jedes Kofferwort.